Das jüdische Neujahr – Rosch haSchanah

Rosch haSchanah ist das jüdische Neujahr. Wörtlich heißt es übersetzt „Kopf des Jahres“.

Anders als Sylvester ist Rosch haSchana kein Fest mit ausgelassenen Feiern und Feuerwerk. Rosch haSchana ist ein Fest der Besinnung und der Umkehr.

Umkehr

Rosch haSchana erinnert an die Schöpfung Gottes, daran das Gott die ganze Welt und auch uns Menschen geschaffen hat. Es ist der Tag, an dem Adam und Eva erschaffen wurden, aber auch der Tag der ersten Sünde und Reue. An Rosch haSchana ist der Bund zwischen Gott und jedem Einzelnen besonders eng. Wir bitten an diesem Tag für unsere Sünden um Vergebung und gehen mit uns selbst ins Gericht. Rosch haSchana ist der Moment, das vergangene Jahr zu überdenken und um Verzeihung zu bitten, sollten wir mit unserem Verhalten wissentlich oder auch unwissentlich jemanden verletzt haben. Jeder einzelne hat die Möglichkeit zu entscheiden, einen anderen Weg im neuen Jahr einzuschlagen. Gott ist bereit, Schuld zu verzeihen und gibt uns die Gelegenheit, das neue Jahr mit einer „unbeschriebenen Seite“ zu beginnen.

Schofar

An Buße und Umkehr erinnert uns der Klang des Schofars, des Widderhorns. Schon im ganzen letzten Monat des jüdischen Jahres, im Monat Elul, wird jeden Tag das Schofar geblasen, um daran zu erinnern, dass der Tag des Gerichts naht. Während des Gottesdienstes an Rosch haSchana selbst ertönen in der Synagoge dann 100 Schofartöne.

Diese Aufnahme stammt aus einer Synagoge in Chalkis, Griechenland, man hört 30 sog. Tekiot, lange Schofar-Töne:

Bräuche

An Rosch haSchana werden runde Speisen angeboten, damit wir ein rundes Jahr haben. Der traditionelle Hefezopf, die Challa, wird rund gebacken. Und wir essen Äpfel, in Honig getunkt, damit wir auch ein süßes Jahr haben. Auch Honigkuchen muss auf den Tisch!

Eine weitere Frucht, die vor allem in Israel dazu gehört, ist der Granatapfel, damit sich unsere guten Taten so vermehren wie die Kerne des Granatapfels.

Ein vor allem auch bei Kindern beliebter Brauch an Rosch haSchana ist das „Taschlich„. Taschlich heißt wörtlich „werfe“, gemeint ist damit: „Werfe alle Sünden in die Tiefen des Meeres“. Zum Taschlich versammelt sich die Gemeinde an einem fließenden Gewässer, entweder am Meer oder an einem Fluß und jeder wirft symbolisch seine Sünden ins Wasser. Oft wird das auch in übertragener Weise in Form von Brotkrumen gemacht.

Taschlich in Ramat Gan in Israel, 2014, Foto: Dr. Avishai Teicher via PikiWiki

Neujahrs-Grüße

Am Rosch haSchana wünscht man sich zuerst einmal Schana towa umetuka! Ein gutes und süßes Jahr!

Und dann auch: LeSchana towa tikatewu ! Seid eingeschrieben zu einem guten Jahr!

Die ehrfurchtsvollen Tage

Rosch haSchana ist der Beginn zehn Tage der „Tschuwa„, der Rückkehr, die auch die ehrfurchtsvollen Tage genannt werden. Am Ende dieser Zeitspanne steht Jom Kippur, der Versöhnungstage. Zusammen sind Rosch Haschana und Jom Kippur die wichtigsten Feiertage im Judentum.